18.09.2015

Stellungnahme der BAG Tierschutzpolitik zur Krise der MilchbäuerInnen

Das SprecherInnenteam erklärt stellvertretend für die Arbeitsgemeinschaft:

 

Die MilchbäuerInnen nehmen seit Jahren sinkende Preise wahr und fordern ein Eingreifen von der Politik. Diese Einstellung wird sie nicht retten können. Es ist Zeit, ihre Produktion umzustellen – weg von industrieller Massentierhaltung und hin zu Weidehaltung ohne Anbindehaltung, mit einem Zuwachs der Produktion pflanzlicher Alternativen.

 

Alle bisher vorgeschlagenen Instrumente verlängern in unseren Augen die aktuelle Krise. Auch die Ideen der GRÜNEN Bundestagsfraktion sind unserer Ansicht nach unzureichend: Einerseits ist die Drosselung der Produktionsmenge richtig. Andererseits sind dringend Hilfen für den Umstieg in andere bäuerliche Aufgabenfelder und Produktions-möglichkeiten notwendig, ansonsten werden weiterhin primär die LandwirtInnen gefördert, die auf Bewahrung der zur Krise führenden Strukturen und Produktionsweisen, statt auf ökologisch nachhaltige Formen der Landwirtschaft setzen.

Wir stimmen der Grünen Bundestagsfraktion zu dass ein Teil der Krise ausgelöst wurde durch die starke Exportorientierung für den „Weltmarkt“. Dass dieser Weg in die Sackgasse führt, insbesondere unsere Böden massiv belastet und auf Megaleistung und kurze Lebensdauer, statt auf Lebensleistung bei den Kühen setzt, sind die Resultate bisheriger Agrarpolitik der Regierung.

 

Landwirtschaftliche Berufsverbände wie bspw. der Bauernverband mit all seinen Gliederungen, müssen begreifen, dass es gesellschaftlich inakzeptabel ist, Tierhaltung mit der industriellen Produktion von Maschinen am Fließband gleichzusetzen und kontinuierliche Leistungssteigerungen der Tiere zu verlangen.

Empfindungsfähige Lebewesen mit Intelligenz und Schmerzempfinden wie Kühe haben es verdient, dass wir uns für deren Gesundheit und ihren ureigenen Bedürfnissen einsetzen; dazu sind wir moralisch und gesetzlich verpflichtet.

 

Reduzierung des täglichen Verbrauchs an Kraftfutter als eine mögliche Maßnahme, verringert automatisch die Milchmenge und dient der Gesunderhaltung der Kühe. Dies, verbunden mit Weidehaltung im Rahmen der Biolandwirtschaft, unterstützt bäuerliche Strukturen und führt weg von einer intensivierten industriellen Tierhaltung.

Der Aufbau neuer Förderungssystematiken sowie bspw. muttergebundener Haltungen und eigener Vertriebsstrukturen muss zukünftig unterstützt und ausschließlich gefördert werden. Der Umstieg zu pflanzlichen Produkten, auch ohne Tierhaltung, muss stärker in den Mittelpunkt rücken und steuerlich tierischen Milchprodukten gleichgestellt werden.



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